Wechsel an der Spitze von Roland Berger: Charles-Edouard Bouée übernimmt das Ruder

In der Führung von Roland Berger, einem der bedeutendsten Strategieberatungsunternehmen der Welt, hat es einen Wechsel gegeben: Der bisherige Chef Burkhard Schwenker räumt seinen Posten für Charles-Edouard Bouée. Der 45-jährige Jurist ist in der fast 50-jährigen Unternehmensgeschichte der erste Firmenchef, der nicht aus Deutschland stammt.

Mit 2.700 Mitarbeitern steht Roland Berger in der Liste der größten Consulting-Firmen auf dem fünften Rang. Das international agierende Unternehmen unterhält in 36 Ländern mehr als 50 Büros. Das Beratungsangebot umfasst unter anderem Fragen der strategischen Ausrichtung, der Unternehmensführung, Informations- und Technologiestrategien, Organisationsstrukturen sowie die Einführung neuer Geschäftsmodelle. Zu den Kunden von Roland Berger zählen sowohl Dienstleistungs- und Industrieunternehmen als auch öffentliche Institutionen.

Schwenker hatte mit Unterbrechungen insgesamt acht Jahre die Führung von Roland Berger inne. Von 2004 bis 2010 lenkte er die Geschicke des Unternehmens, bevor er das Zepter an Martin Wittig übergab. Nachdem dieser aus gesundheitlichen Gründen im Jahr 2013 zurücktreten musste, sprang Schwenker kurzfristig als Interimschef ein. Dieser erneute Wechsel schuf Raum für allerlei Spekulationen über die Zukunft von Roland Berger und wurde in der Presse ausgiebig thematisiert.

Zum damaligen Zeitpunkt stand das Unternehmen mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte in Verkaufsverhandlungen. Unterschriftsreife Verträge lagen bereits im Herbst des Jahres 2010 vor, wurden jedoch von den Partnern abgelehnt. Auch der Firmengründer Roland Berger hatte sich vehement gegen einen Verkauf ausgesprochen. Deloitte zählt mit 200.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 32,4 Milliarden Dollar zu den größten Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften der Welt.

Im Jahr 2013 stieg Bouée zum Geschäftsführer (Chief Operating Officer) von Roland Berger auf und war seitdem für das Asien-Geschäft verantwortlich. Bevor er 2001 zur größten deutschen Unternehmensberatung stieß, war er über lange Zeit im Investmentbanking tätig. Seine Karriere begann er bei der Société Générale in London und Paris. Seine Spezialgebiete waren M&A (Mergers & Acquisitions) und Unternehmensfinanzierung. Später wechselte er zu Booz Allen & Hamilton, einem führenden Unternehmen für Technologieberatung. Von 1997 bis 2001 war er Vizepräsident von AT Kearney, einer international tätigen Unternehmensberatung mit Sitz in Chicago.

Bouée ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er lebt abwechselnd in Paris und Shanghai, wo er im Jahr 2012 mit dem “Magnolia Gold Award” für seine Verdienste um die chinesisch-europäischen Beziehungen ausgezeichnet wurde. Im Jahr 2009 trat er beim Weltwirtschaftsforum in Davos als Redner auf. Derzeit ist er unter anderem als Berater für das französische Außenhandelsministerium in China sowie für die Europäische Handelskammer (Region Shanghai) tätig.

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