Wie wird man Projektmanager?

Projektmanager tragen in Unternehmen eine große Verantwortung. Sie sind es, die dafür sorgen, dass neue Produkte entsprechend der Zielvorgabe entwickelt werden und pünktlich auf den Markt kommen. Für die Lösung der gestellten Aufgaben stehen ihnen ein fixes Budget und ein fester Zeitrahmen zur Verfügung, der nicht überschritten werden darf. Je größer das Projekt ist, desto mehr Managementaufgaben fallen an. Teilweise laufen die Aufträge über mehrere Jahre – da ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten.

Vielleicht ist es gerade die Herausforderung, die Hochschulabsolventen dazu bewegt, ins Projektmanagement einzusteigen. Besonders gefragt sind Maschinenbauer, Informatiker und Bauingenieure. Auch Wirtschaftswissenschaftler haben Chancen, sich in diesem anspruchsvollen Tätigkeitsfeld zu beweisen. In der Regel fängt man als Projektmitarbeiter an und arbeitet sich langsam nach oben. Bis man schließlich zum Projektmanager ernannt wird, dauert es durchschnittlich fünf bis sieben Jahre.

Während des Studiums absolvierte Praktika sind etwas, bei dem man bei Bewerbungsgesprächen punkten kann. Aufgrund des verschulten Bachelor- und Mastersystems haben Studierende jedoch immer weniger Gelegenheit, den Hörsaal vorübergehend mit der Werkbank zu tauschen. Hat der Interessent weniger als drei Monate Zeit, lohnt sich die Einarbeitung für die jeweilige Firma nur in seltenen Fällen. Trotzdem sollte man versuchen, seinen Lebenslauf durch Praktika aufzuwerten: Wenn man eine zweimonatige Tätigkeit bei einem angesehenen Unternehmen nachweisen kann, ist dies immer noch besser, als überhaupt keine praktischen Erfahrungen zu haben. Selbst das Arbeiten in einem Copyshop in Berlin, München, Hamburg oder Köln kann sich als lukrativ erweisen, wenn man denn versteht, neue Kontakte zu knüpfen.

Ohne Soft Skills läuft im Projektmanagement nichts

Von Projektmanagern wird erwartet, dass sie sich gut organisieren können. Führungskompetenz und Kommunikationsgeschick sind weitere Eigenschaften, die für das Bewältigen der gestellten Aufgaben unabdingbar sind. Entscheidend ist außerdem, dass man ein großes Maß an Flexibilität mitbringt. Wer sich schnell auf neue Problemsituationen einstellen kann, hat gute Aussichten auf eine erfolgreiche Karriere.
Gute Projektmanager sind wahre Motivationskünstler. Wie Fußballtrainer führen sie ihre Mitarbeiter auf ein gemeinsames Ziel hin und müssen dabei zahlreiche Schwierigkeiten überwinden. Die Kunst besteht darin, den Teamgedanken zu stärken und zu verhindern, dass gegeneinander statt miteinander gearbeitet wird. Gerade in kleineren Unternehmen kommt es oft zu Eifersüchteleien und Rivalitäten, die im Keim erstickt werden müssen – ansonsten steht das Gelingen des gesamten Projektes auf dem Spiel.

Nicht jeder ist zum Projektleiter geschaffen

Eines ist sicher: Als Projektmanager braucht man ein dickes Fell und eine robuste Konstitution. Mehr als in anderen Berufen sieht man sich dem ständigen Druck von Auftraggebern und anderen Personen ausgesetzt, die darum bemüht sind, ihre Interessen durchzusetzen. Es ist durchaus normal, dass man in den Endphasen von Projekten 14 oder gar 16 Stunden am Tag arbeitet. Längst nicht jeder ist dazu in der Lage, eine solche Belastung auszuhalten. Es gibt Projektmanager, die nach einigen Jahren das Handtuch werfen und sich einen Job suchen, in dem sie weniger Verantwortung tragen – oftmals auf Anraten ihres Arztes. Wer typische “Managerkrankheiten” wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Gastritis oder Tinnitus auf die leichte Schulter nimmt, riskiert auf Dauer seine Gesundheit.

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